Fernando Botero, Sohn eines kolumbianischen Handlungsreisenden,
erhält neben einer üblichen Schulbildung als Zwölfjähriger auch eine
Ausbildung zum Matador. Die Arena wird zum ersten großen Sujet in
Boteros frühen Zeichnungen. 1948 stellte der Künstler zum ersten Mal
mit anderen Malern aus seiner heimatlichen Provinz Antioquía in
Medellín aus. Botero zieht im Jahr 1951 nach Bogotá, wo er im Kreis des
Cafés "Automática" die kolumbianische Avantgarde kennenlernt. Seine
erste Einzelausstellung in der Galerie Leo Matiz erhält Botero bereits
nach fünf Monaten. Der Künstler begibt sich, nach einem Studium in
Madrid an der Academia San Fernando und dem Prado-Museum, nach Italien
und studiert ab 1953 in Florenz Kunstgeschichte. Der Maler studiert
lange die Technik der Freskomalerei, kopiert Giotto und Anrea del
Castagno. Zwei Jahre später kehrt Botero nach Bogotá zurück. Die
Ausstellung der in Italien entstandenen Werke des Künstlers wird zum
Misserfolg. Der Maler heiratet im Jahre 1956 Gloria Zea und zieht mit
ihr nach Mexiko, wo er unter dem Einfluss der mexikanischen Wandmalerei
eines Diego Rivera zu seinem eigenen Stil findet. Der Künstler wird zum
Professor für Malerei an die Kunstakademie von Bogotá berufen und setzt
sich immer mehr als der wichtigste junge Künstler Kolumbiens durch.
Botero siedelt 1960 nach New York über und gewinnt den Guggenheim
National Prize für Kolumbien. Im gleichen Jahr trennt sich der Künstler
von seiner Frau. 1965 ist Boteros voll ausgereifter plastischer Malstil
erstmals in dem Gemälde "Familie Pinzón" sichtbar. 1966 reist der Maler
zu seiner ersten bedeutenden europäischen Ausstellung in der
Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, im Dezember bringt seine erste
Ausstellung in einem amerikanischen Museum im Milwaukee Art Center auch
den Durchbruch in den USA. Die nächsten Jahre verbringt Botero
abwechselnd in Kolumbien, New York und Europa. Seit dessen Geburt 1970,
hält der Künstler die ersten Lebensjahre seines Sohns Pedro aus zweiter
Ehe, in allen Phasen künstlerisch fest. Auch nach dem Tod des
Vierjährigen durch einen Autounfall widmet sich Botero noch häufig dem
Motiv. 1973 zieht Botero ganz nach Paris, wo seine ersten Skulpturen
entstehen. Zeitweise widmet er sich ausschließlich der Skulptur bis er
sich 1978 wieder der Malerei zuwendet. 1983 lässt sich Fernando Botero
in der Toskana nieder, innerhalb von zwei Jahren malt er ausschließlich
Stierkampfszenen, die 1985 in der Marlborough Gallery, New York gezeigt
werden. Bis heute sind die Werke Boteros in zahlreichen internationalen
Museen und Ausstellungen vertreten. Fernando Botero lebt und arbeitet
in New York und Paris.